Doppelfalz ist die Standardmethode zum Verschließen von Metallkonservendosen. Durch den Doppelfalz werden Dosenkörper und Deckel mechanisch miteinander verbunden und bilden so einen auslaufsicheren Verschluss. In der Praxis wird der umgebogene Rand des Deckels (Deckelhaken) um den Rand des Dosenkörpers (Körperhaken) gerollt, sodass drei Lagen des Deckels und zwei des Dosenkörpers miteinander verriegelt werden. Diese fünflagige Doppelfalzverbindung erzeugt einen hermetischen (luftdichten) Verschluss und schützt so konservierte Lebensmittel und Getränke vor Mikroorganismen und Luft.
Kurz gesagt, ersetzt die Doppelnahtversiegelung Löten oder Kleben und gewährleistet so, dass die Dosen beim Transport, der Lagerung und sogar der Hitzesterilisation dicht bleiben.

Doppelnaht-Operationen
Der Doppelfalzprozess an der Abfüllanlage erfolgt in mehreren Schritten. Zuerst werden Dose und Deckel durch Klemmen (Kompression) ausgerichtet. Anschließend wird die Falz in zwei Walzschritten fertiggestellt:
Erste Operation
Eine C-förmige Falzwalze greift in den Deckel ein. Sie hakt den umgebogene Rand des Deckels (Deckelhaken) ein und faltet ihn unter den Dosenkörperflansch (Körperhaken). Beim Drehen des Dosenkörpers (bzw. bei Bewegung der Walze) verriegeln sich die Haken von Deckel und Korpus. Die Haken sind nun eingerastet, die Falz ist aber noch etwas locker.


Zweite Operation
Eine flachere Walze mit niedrigem Profil gleitet anschließend über die neu entstandene Naht und verdichtet sie. Diese letzte Walze presst die fünflagige Naht glatt an den Dosenkörper. Der Druck presst die Metallhaken fest zusammen und füllt alle Spalten mit Dichtungsmasse. Nach dem zweiten Arbeitsgang ist die Doppelnaht vollständig verriegelt und hermetisch abgedichtet.


Wie ein Branchenleitfaden feststellt, “besteht der zweite Arbeitsschritt in der Umwandlung der losen mechanischen Verriegelung in eine feste, hermetische Einheit”.
Doppelnahtmaschinen und Werkzeuge
In Abfüllanlagen werden spezielle Doppelfalzmaschinen eingesetzt. Moderne Rotationsfalzmaschinen verfügen über mehrere Falzköpfe auf einem rotierenden Turm, wodurch Tausende von Dosen pro Minute verschlossen werden können.


Jeder Falzkopf enthält die wichtigsten Werkzeuge: ein angetriebenes Falzfutter, eine erste und eine zweite Arbeitswalze. Die präzise Ausrichtung und Stabilität dieser Komponenten sind für eine gleichbleibende Nahtqualität unerlässlich.

Vorteile der Doppelnaht
- Hohe ZuverlässigkeitMechanisch starke, ineinandergreifende Verbindung widersteht Druck und Vakuum; dauerhafte Metall-auf-Metall-Abdichtung.
- Schnell, hoher DurchsatzModerne Rotationsverschließmaschinen verarbeiten Tausende von Dosen pro Minute.
- Retorten- und WärmekompatibilitätDie Kaltgleitringdichtung übersteht eine Dampfsterilisation bei 121°C ohne Beeinträchtigung.
Häufig gestellte Fragen – Technische Fragen zum Doppelnahtverfahren
A: Industriestandards fordern üblicherweise eine Überlappung von ≥ 45–50%, abhängig von der Gehäusespezifikation. Werte unter 40% führen in der Regel nicht zu einer mangelhaften hermetischen Dichtheit bei Druck- oder Vakuumtests.
A: Verwenden Sie ein kalibriertes Nahtmikrometer oder ein Projektionsmikroskop an einem Schnittquerschnitt. Der Freiraum sollte im Allgemeinen 8–151 µT der gesamten Nahtdicke betragen, um einen Materialfluss ohne übermäßige Dichtheit zu ermöglichen.
A: Ja – ordnungsgemäß geformte Nähte halten im Normalfall vakuumverpacktem Gemüse (Vakuum von ca. 0,4–0,7 bar) und kohlensäurehaltigen Getränken (Innendruck bis zu ca. 6–7 bar) stand, sofern sie den Spezifikationen entsprechen.
A: Die Ursache liegt meist in einer verschlissenen oder falsch ausgerichteten ersten Walze, zu hohem Walzendruck oder einer fehlerhaften Spannfutterpassung. Diese Mängel beeinträchtigen die Dichtung und erhöhen das Leckagerisiko.
A: Ja – sowohl Stahl- (Weißblech/ECCS) als auch Aluminiumdosen werden doppelt vernäht, aber die Werkzeuge (Walzenprofile, Spannfutter) müssen auf die Materialstärke und -härte abgestimmt sein, um Risse oder lose Nähte zu vermeiden.
A: Mindestens alle 8–12 Produktionsstunden oder nach jedem Werkzeugwechsel. Auf Verschleißrillen, Grate oder Durchmesseränderungen außerhalb der Toleranz von 0,05 mm prüfen.
A: Lieferantenangaben zur Nahtdemontage erforderlich: Körperhaken ≥1,5 mm, Deckelhaken ≥1,8 mm, Überlappung ≥50%, Nahtspalt ≤0,12 mm, Nahtdicke innerhalb ±0,05 mm des Sollwerts.

